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Midnight Club: Los Angeles [PS3]

"Am meisten Spass macht eine eine Spritztour durch LA bei 395 km/h!"



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Lange war die Need For Speed Reihe König der Strasse. Doch man kann es ganz deutlich aussprechen: EA hat es einfach verbockt. Die letzten 2 Need for Speed Teile waren Gameplaytechnisch eine Katastrophe. Gerade mit Pro Street hat sich das Studio ins Aus geschossen. Das technisch unreife NFS: Undercover macht es zwar etwas besser aber konnte auch in keinster Weise überzeugen. Gerüchteweise liegt das Black Box Studio, welches für EA die NFS Reihe produziert, am Boden und schliesst seine Türen. Man kann nur abwarten, ob sich ein anderes Studio der ruinierten Serie erbarmt.

Doch es geht auch anders! Wie ein Arcade Racing Game richtig gemacht wird hat uns 2008 Rockstar Games gezeigt. Für mich auch eins der Top Games 2008.

Midnight Club hat einen ähnlichen Glaubenskrieg entfacht wie FIFA und Pro Evolution Soccer. Mit der Zeit hat sich die Midnight Club Reihe aber zum Geheimtipp gemausert und schlägt nun in der 4. Auflage das neue Need for Speed um Längen.

Doch was macht Rockstar besser?

Die Umgebung

Das Spiel wirkt lebendiger. Zum einen gibt es eine "echte" Stadt
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- nämlich Los Angeles, zum anderen ist die Stadt unglaublich detailliert und es gibt sogar Fussgänger, die gekonnt den Rasern ausweichen. Man kann allerdings niemanden überfahren. Glaubt es mir! Ich habe es versucht! Stören wird das aber niemanden.
Hervorheben möchte ich auch einen fliessenden Tag und Nachtwechsel, sowie ein dynamisches Wettersystem. Es regnet zwar selten in Los Angeles, aber wenn ist es einfach eine Pracht wenn sich die ersten Pfützen auf der Strasse sammeln und sich nahezu alles in ihnen spiegelt.

Die Fahrzeuge

Die Autos sind ebenfalls sehr detailliert und die optischen Tuningmöglichkeiten vielfältig. Der Vynil Editor sucht seines gleichen. Wenn man sich damit länger beschäftigt kann man im Grunde jedes Design verwenden. So gibt es einen "Rate my Ride" Modus wo man Autos anderer Spieler bewundern und bewerten kann. Es ist schon unglaublich wenn man sieht mit wie viel Liebe zum Detail andere an ihre Karren gehen. So konnte ich schon ein Batmobil entdecken oder ein Auto mit allen Köpfen der "South Park Gang". Gefällt ein Auto und man hat das passende Budget kann man es auch gleich kaufen und hat es somit in seinem eigenen Fuhrpark. Ein Minuspunkt könnte sein das es "nur" insgesamt 45 Autos gibt. In anderen Rennspielen gibt es durchaus mehr. Aber wie auch in den vorherigen Midnight Club Spielen darf man sich auch auf Motorräder setzen. Die Steuerung ist dort um einiges schwerer, da es einen verdammt schnell vom Sattel reissen kann wenn man einen Unfall baut.

Unterteilt werden die Fahrzeuge in den Kategorien: Tuner, Luxuskarossen, Muscle Cars und Motorräder. Trotz der überschaubaren Fahrzeugliste machen die vorhandenen Fahrzeuge unheimlich viel Spaß und reichen eigentlich auch aus.

Das Gameplay

Das Spiel selber kommt fast ohne Menü aus. Nach dem Intro kann man sich eines von drei Autos aussuchen und dann gehts auch schon los. Die Steuerung ist sehr präzise und für jemanden der mindestens schonmal ein Rennspiel auf der PlayStation gespielt hat vertraut. Die Steuerung ist frei belegbar. Als Grundeinstellung gibt man mit dem rechten Analog Stick Gas oder bremst, mit dem linken Analog Stick wird gelenkt. Durch Druck auf den rechten Analogstick startet man Nitro oder den Windschattenturbo. Letzter lädt sich auf wenn man im Windschatten eines Widersachers ist. Auf dem linken Analogstick befinden sich Spezialaktionen, die man mit der Zeit freispielt:

AGRO
Durch aktivieren von AGRO kann man ohne Schaden oder Geschwindigkeitseinbussen durch das Teilnehmerfeld rasen.

FOKUS
Damit schaltet man in einen Zeitlupenmodus um brenzlige Situationen doch noch zu meistern. Kennt man so ähnlich aus den neueren Need for Speed Teilen.

EMP
Damit schickt man einen Impuls raus der seine Gegner etwas verlangsamt.

ROAR
Roar ist ein ohrenbetäubenes Geräusch womit die Gegner in die Flucht geschlagen werden.

Diese Spezialaktionen sind allerdings nur im Offline Modus Verfügbar und so wirklich nützlich ist eigentlich auch nur Fokus oder der EMP Stoss.

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Anders als bei anderen Rennspielen gibt es keine richtigen Strecken, sondern fährt Wegpunkte (Checkpoints) ab. Es gibt unterschiedliche Arten von Rennen im Karrieremodus:

Geordnete Rennen
Das sind Sprintrennen, wo man mehrere Checkpoints bis zum eigentlichen Ziel abfährt.

Streckenrennen
Rennen über mehere Runden. Dazu gibt es einen Last Man Out Modus, wo der letzte einer Runde ausscheidet bis in der letzten Runde nur noch zwei gegeneinander fahren.

Zeitrennen
Man bekommt meistens ein anderes Auto und muss in einer bestimmten Zeit einen einzigen Checkpoint erreichen.

Rotlicht-Rennen
Dieses Rennen startet an einer roten Ampel und man muss vor dem Gegner einen einzigen Checkpoint erreichen.

Freeway-Rennen
Das sind reine Autobahnrennen. Wie auch jedes andere rennen startet man es indem man seine Scheinwerfer aufblendet. Anders als in den anderen rennen gibt es keine Startsequenz, sondern der herausgeforderte gibt direkt Vollgas und man muss vor dem Gegner wieder einen einzigen Checkpoint erreichen.

Um in der Karriere weiter zu kommen und neue Tuning Teile freizuspielen braucht man Rep-Points (Reputation). Diese bekommt man in jedem Rennen. Je nach Platzierung mehr oder weniger. Auch bei erfolgreicher Flucht vor den Cops bekommt man ein paar Punkte auf sein Rep Konto.
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Es gibt noch weitere Spezialrennen und Herausforderungen, wie Einsatz-Rennen, Liefermissionen, Vergeltung und Telefonrennen. Hervorheben möchte ich noch folgende:

Turniere - Der erste mit 3 gewonnenen Rennen gewinnt
Rennserien - Derjenige der die meisten Punkte nach 3 Rennen hat gewinnt (Platz 1 bekommt 7 Punkte, Platz 2 bekommt 4 Punkte uswe.)
Pinkslip - Wohl mit das spannendste. Man setzt sein eigenes Auto als Siegprämie. Wer als zweiter ins Ziel kommt verliert sein Auto und wird es wohl nie wieder sehen.

Diese speziellen Rennen werden erst im Laufe der Zeit freigespielt. Wenn es soweit ist bekommt man eine Nachricht auf seinem Handy und kann diese "Missionen" anschliessend bestreiten. Wichtig auch um in der Karriere voran zu kommen.

Neben Rate my Ride gibt es natürlich auch einen richtigen Online Modus. Dort gibt es neben normalen Rennen auch Modis wie Capture the Flag. Gestartet wird der Online Modus über das Menü und man befindet sich ohne Ladezeiten weiterhin an der gleichen Stelle, bevor man auf Pause gedrückt hat, allerdings tummeln sich nun bis zu 15 Mitspieler in der Stadt. Man kann aus einer Fülle von Rennstrecken auswählen und sobald sich ein paar Mitspieler entschieden haben mitzufahren geht es auch schon los.

Die Grafik

Die Engine beruht auf der von GTA 4 und ich finde sie noch um einiges hübscher.
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Rockstar hat noch ein wenig an der Engine geschraubt und schafft es das Spiel absolut flüssig ablaufen zu lassen - ohne jegliche Frameeinbrüche! LA wurde sehr authentisch nachempfunden. Klar hat man sich spielerische Freiheiten erlaubt damit ein Rennspiel überhaupt machbar ist, aber wenn man LA von Bildern oder Filmen her kennt erkennt man die ein oder andere Ecke sicher wieder. Die Lichter in der Nacht sind ein echter Hingucker, die Glasfronten der Wolkenkratzer spiegeln die ganze Stadt wieder. Die Fahrzeuge sind wie erwähnt allesamt detailliert und das Schadensmodell ist auch sehr gelungen. Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat es allerdings nicht. Wenn das Auto zuviel Schaden genommen hat gilt das Rennen allerdings als verloren.
Die Charaktere, die man während des Spiels trifft wirken allesamt sehr natürlich. Manchmal bekommt man Zwischensequenzen im GTA Stil, die sich auch vor dem "grossen Bruder" nicht verstecken müssen.

Der Sound

Der Sound ist klasse. Jedes Fahrzeug klingt anders und authentisch und macht gerade mit einer guten Anlage mächtig Spaß. Auch die Fahrer geben immer passende Kommentare (auf englisch) von sich. Das macht viel Atmosphäre aus. Die Musik im Spiel hat ein breites Sprektrum an Electronic, Rap, Rock und Metal. Sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein! Es soll allerdings auch möglich sein eigene Songs einzubinden. Leider habe ich noch nicht rausgefunden wie das geht. Auf meiner PS3 befinden sich zwar ein paar Songs aber klappen will es einfach nicht.

Das Fazit

Midnight Club: Los Angeles ist, wie dieses Review zeigt, in erster Linie eines: VIEL! Die Stadt ist riesig und wirkt durch Details wie Fussgänger, Rush Hours und den Tag und Nachtwechsel sehr authentisch. Das klasse Gameplay mit dem grandiosen Geschwindigkeitsfühl sucht seines gleichen in diesem Genre. Die Geschwindigkeit macht schon fast süchtig. Kleinere Mankos sind vielleicht die Geschwindigkeitsanzeige in Meilen und der fehlende Splitscreenmodus. Der Onlinemodus mit den vielen Modis lässt sicher keine Wünsche offen! Oben drauf gibt es noch einen Fotomodus. Sobald man das Spiel pausiert kann man Fotos vom aktuellen geschehen machen und die Kamera dabei frei bewegen. Damit wurden auch die Bilder für dieses Review gemacht. Darauf sieht man den Mitsubishi, den ich zur Zeit noch fahre. Durch bin ich noch lange nicht. Von daher kann ich nicht viel zur Spielzeit sagen, aber der Umfang ist für ein Arcade Rennspiel enorm!

Pro

- Gameplay
- gute Steuerung
- detailreiche Grafik
- lebendige Stadt
- umfangreicher Onlinemodus
- lange Spielzeit


Kontra

- relativ kleiner Fuhrpark
- kein Splitscreenmodus
- der anfangs recht hohe Schwierigkeitsgrad


Gesamtwertung: 90%


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Geschrieben von Jason am 03.01.09 01:01 (seit dem 3908 mal gelesen)
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