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Mein kleiner PlanetTutorial zum Anfertigen eigener kleiner, virtueller PlanetenSie sehen schon toll aus, die kleinen Planeten die man auf bekannten Fotografieplattformen findet. Und sie sehen „kompliziert“ aus, aber eigentlich ist das Erstellen eines eigenen kleinen Planeten ganz einfach und wie es genau funktioniert ist Thema dieses Tutorials.
Wir brauchen dafür nur: - eine Digitalkamera - ein Stativ - eine Software zum Stitchen (z.B. PTGui oder Autostitch) - und ein Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Photoshop oder Gimp) Dieses Tutorial gliedert sich in 2 Schwerpunkte: 1. Die Aufnahme und 2. Die Bearbeitung. Es richtet sich an fortgeschrittene Fotografen und Bildbearbeiter, da die Grundbegriffe der Fotografie und elektronischen Bildbearbeitung als bekannt voraus gesetzt werden. 1. Die Aufnahme Wir suchen uns ein schönes Plätzchen, in unserem Beispiel ist das der Vatikan in Rom. Im Gepäck dabei ein preiswertes Stativ von Hama und die Pentax k100d Super. Grundlage für euren eigenen kleinen Planeten ist ein 360° Panorama. Entgegen der oft gelesenen Meinung von Profis und solchen die es sein wollen, braucht man für Panoramen nicht zwangsläufig einen teuren Panoramastativkopf, ein ganz normales Stativ ist für diesen Zweck durchaus ausreichend. Am besten fotografiert ihr im M Modus und im JPG Format. Wir verwenden das JPG Format um den Aufwand bei Nachbearbeiten und die Datenmenge gering zu halten. Je nach Motiv und Objektiv können auch mal ca. 100 Aufnahmen für ein 360° Panorama notwendig sein, diese alle einzeln im RAW Konverter zu entwickeln ist einfach zu zeitaufwendig. Ihr solltet bei den Fotos darauf achten, dass sie alle in etwa gleich belichtet sind. Da man sich für dieses Panorama mindestens einmal im Kreis dreht hat man die Sonne irgendwann mal im Rücken und irgendwann mal als Gegenlicht. Gerade bei letzterem ist darauf zu achten, dass der Himmel nicht „ausfrisst“, also nur noch weiß strahlt und keine blaue Zeichnung mehr hat. Um ein gleichmäßiges Ergebnis bei der Bildbearbeitung zu erhalten, sollte man also eine gleichmäßige Grundlage haben. Ihr stellt euer Stativ also auf und fangt an zu fotografieren. Mit meinem 28-300mm Objektiv fotografiere ich meistens 3 Reihen: eine Bodenreihe, eine Reihe in Augenhöhe und eine Himmelreihe. Achtet darauf, dass sich die einzelnen Aufnahmen großzügig überschneiden (ca. 30% Überlappung). Mit einem Weitwinkelobjektiv braucht man natürlich entsprechend weniger Reihen und Einzelaufnahmen. Die Verzerrungen die bei Weitwinkelaufnahmen entstehen, sollten von der Stitchsoftware automatisch behoben werden können. Für unser Beispielpanorama wurden mit einem Weitwinkelobjektiv bei 10mm Brennweite 10 Einzelaufnahmen angefertigt. ![]() 2. Die Bearbeitung To stitch together – auf Deutsch: Zusammenheften. Und genau das machen Stitchprogramme: sie erstellen automatisch aus vielen Einzelaufnahmen ein ganzes Bild. Wir verwenden für unser Beispiel PTGui Pro. Wichtig ist, wie oben erwähnt, dass die Einzelaufnahmen einander großzügig überschneiden. 2.1. Stitchen Ihr ladet eure Bilder in das Stitchprogramm und erstellt ein Panorama. An dieser Stelle wird darauf verzichtet auf die einzelnen Schritte genau einzugehen, da die einzelnen Programme sehr unterschiedlich arbeiten. Ihr müsst einfach ein bisschen mit den Funktionen herumprobieren (oder auch die Hilfe lesen). Hauptsache ihr habt am Ende ein Panorama, welches exakt 360° umfasst und die beiden Ränder rechts und links exakt aneinander passen. Wichtig ist auch, dass das Panorama gerade ausgerichtet ist. ![]() 2.2. Ein Planet entsteht Ihr öffnet euer Panorama nun in einem Bildbearbeitungsprogramm eurer Wahl. In unserem Beispiel wird Photoshop CS3 verwendet. Bevor weiter gearbeitet wird werden die schwarzen Ränder weggeschnitten (Freistellungswerkzeug) und weggestempelt. Als erstes müsst ihr aus eurem rechteckigen Panorama ein quadratisches Bild erstellen. Dazu verwendet ihr den Befehl „Bildgröße“ (Bild > Bildgröße). Ihr deaktiviert das Häkchen bei „Proportionen beibehalten“ und tragt den Wert der Breite eures Bildes bei dem Wert für die Höhe ein. Im nächsten Schritt muss das Foto vertikal gespiegelt werden (Bild > Arbeitsfläche drehen > Arbeitsfläche vertikal spiegeln). ![]() Im letzten Schritt wird aus dem Quadrat euer kleiner Planet. Dazu braucht ihr den Filter „Polarkoodinaten“ (Filter > Verzerrungsfilter > Polarkoordinaten). Ihr aktiviert die Funktion „Rechteckig > Polar“ und bestätigt mit „OK“. Da ist er nun, euer eigener kleiner Planet. ![]() Nun stellt sich heraus, ob ihr sauber fotografiert habt und ob euer Panorama wirklich exakt 360° hatte. Wenn ihr ungleichmäßig belichtet habt, werdet ihr nun eine Kante in eurem Bild sehen. Bei kleinen Unregelmäßigkeiten hilft ein Nachbearbeiten mit dem Kopierstempelwerkzeug. In unserem Beispiel wurde beim Fotografieren nicht auf das Geländer im Vordergrund geachtet was zu einer unschönen Verzerrung im Planeten führt. Es braucht ein bisschen Übung bis man beim Fotografieren schon auf solche Kleinigkeiten achtet. In unserem Fall konnte man mit ein bisschen stempeln, kopieren und verzerren aber noch etwas retten. Zum Abschluss schneidet ihr euer Bild noch zurecht und bearbeitet es ganz nach Belieben weiter. ![]() Gebt nicht auf wenn euer erster kleiner Planet noch nicht ganz perfekt aussieht. Unregelmäßige Belichtung, angeschnittene Personen und zuwenig Überlappung bei den Einzelaufnahmen sind typische Fehler die man bei seinem ersten Panorama macht. Da hilft nur üben. Vorschaubild
Dazu im Postpla.net : Kein Thema angegeben Geschrieben von Felicitas am 28.07.08 10:10 (seit dem 1946 mal gelesen) Ähnliche Artikel zu Mein kleiner PlanetAktuelle Kommentare zu Mein kleiner Planetaufwendig und schön gemacht der Artikel welche bilder? die relevanten gibts in groß bei klick Kriegst von mir auch 10 Punkte. Saubere Arbeit Feli. Wenn ich das passende Equipment hätte würde ich es sogar mal ausprobieren. Einziger Kritikpunkt sind die kleinen Bilder. Hätte das ein oder andere Bild gerne in der Vergrößerung gesehen |
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