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Konzertbericht: Dreadful Shadows

Eine Legende des Goth Rock gaben sich nach Jahren der Stille in Leipzig die Ehre - Dreadful Shadows



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Dreadful Shadows
Fast genau 7 Jahre ist es her, dass ich die Dreadful Shadows live erlebt habe. Im Jahre 2000 wurde bekannt gegeben, dass sich die Band trennen wird. Für mich als langjähriger Fan durchaus tragisch. Aber wurden die Fans doch damals mit einer legendären Abschiedstournee quasi getröstet, die im Oktober des Jahres 2000 dann ihr Ende fand. Die Bandmitglieder richteten ihre Aufmerksamkeit auf andere Projekte.

So entstanden das kaum bekannte Coma 51, die durchaus überzeugende Band Thanateros und selbstredend: Zeraphine. Vor allem Zeraphine, in denen Sven Friedrich und Norman Selbig ihre neue musikalische Heimat fanden, war in den letzten Jahren aus sämtlichen alternativen Charts und diversen Szeneblättern nicht mehr weg zu denken. Aufgrund des musikalischen Kopfes Sven Friedrich und doch einigen Parallelen in Musik und Text zu den Shadows, fanden auch die ein oder anderen älteren Fans zu Zeraphine. Es vermischte sich. Und mit jedem neuen Album von Zeraphine verblasste die Trauer um die Trennung der Shadows und die Nachrufe wurden leiser. Nein, es hatte wirklich keiner mehr daran geglaubt, oder es gar gewagt zu erhoffen, die Dreadful Shadows in alter Besetzung noch einmal live erleben zu können. In diversen Foren wurde hin und wieder die ein oder andere neugierige oder melancholische Stimme laut. Ab und an vor sich hingeträumt. Aber es konnte und sollte doch eine Band wie Zeraphine alte Legenden nun wirklich nicht ersetzen.

Anfang des Jahres kam dann die Überraschung. Irgendjemand entdeckte auf den Seiten des Amphi Festivals 2007 folgenden Text: Dreadful Shadows – exklusive Reunion - Show. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Nachricht durch die unendlichen Weiten des WorldWideWeb. Die Aufregung war groß, die Meinungen darüber gingen wirr auseinander. Sven Friedrich hatte es die ganzen Jahre über immer wieder verneint. Nie würde es eine Reunion oder gemeinsame Aktivitäten unter dem Banner der Dreadful Shadows geben. Die einen glaubten an eine Ente, die anderen an ein Wunder. Und von der Band? Vorerst Schweigen.
Die Aufklärung kam wenig später. Sven selber erklärte, daß dieses Konzert stattfinden wird, es aber nicht als eine Reunion zu verstehen ist. Es handele sich schlicht um gemeinsame Live Aktivitäten. Die Arbeit mit den anderen Bands sollte davon nicht beeinflusst oder gar beeinträchtigt werden. Die Aussage einer „Reunion-Show“ sei falsch. Auch die Macher des Amphi – Festivals änderten diese Ankündigung prompt.
Noch vor dem Auftritt auf dem Kölner Tanzbrunnen wurden weitere Live Termine bekanntgegeben. Erst Berlin, später Essen, Leipzig, Nürnberg und Erfurt.

Am vergangenen Samstag, den 13.10.2007, war es nun in Leipzig soweit. Das Werk II füllte sich allmählich mit alten und neuen Shadows – Begeisterten. Eine
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EoD
erstaunliche Mischung des Publikums. Als Support eröffneten Eminence of Darkness den Abend. Gleichbleibend guter Sound aus Gitarrenriffs und elektronischen Einflüssen. Man wurde an Placebo erinnert, und das nicht nur musikalisch. Sängerin Juliane überraschte mit einer erstaunlichen Stimme und sollte die Zuhörer den restlichen Abend auch weiterhin begleiten.
Nach der üblichen Umbaupause betraten die Mannen der Dreadful Shadows unter Jubelstürmen die Bühne. Mit „Futility“ – Singelauskopplung vom letzten Album „The Cycle“ – eröffneten sie die Show. Diese altbekannten Klänge live wieder zu hören, verschaffte mir eine unglaubliche Gänsehaut. Leider fehlte im Publikum etwas die Bewegungsbereitschaft, aber mitgesungen haben sie doch fast alle. Erstaunlich wie textsicher die meisten waren, bei einer Band, die 7 Jahre von der Bildfläche verschwunden war.
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Dreadful Shadows

Es wurde ein Cocktail aus allen Alben gespielt. Selbst von dem Ersten, im Jahre 1994 releasten, Album „Estrangement“ konnte man den ein oder anderen Song hören. Mit bekannter Power, aber überraschender Leichtigkeit tanzte die Band förmlich durch das Konzert. Musikalische Beihilfe gaben Juliane von Eminence of Darkness, sowie Benni Cellini und Mutti’s Stolz von der nicht minder bekannten Band „Letzte Instanz“.
3 Zugaben sollten noch gespielt werden. So unter anderem auch die, nur auf der kleinen Auskopplung „Apology“ (anno 2000) veröffentlichten Cover Version von The Cure’s „Lullaby“. Schon damals ein Geniestreich, verfehlte es auch an diesem Abend nicht seine Wirkung.
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Mit „Funeral Procession“ endete die 2stündige Show. Ich war hin- und hergerissen zwischen Euphorie und Melancholie. Ist doch das Ende ihrer Tour schon in Sicht. So gesehen ein passender Abschluss, denn wie ein Trauerzug, aber immer auch mit einem lachenden Auge, verliessen schließlich Band und Publikum dann das Werk II.

Gerne würde ich sagen: auf ein Neues. Nur leider wird das wohl vorerst eingefroren werden. Noch 2 Konzerte stehen aus. Am 19.10.2007 in Nürnberg im Hirsch und am 20.10.07 noch einmal in Erfurt im Stadtgarten kann man diese Legenden des deutschen Goth Rock live erleben.
Möglicherweise wird es auch noch das ein oder andere Konzert geben, aber da lassen wir uns eben mal wieder überraschen..

Setlist:

Futility
New Day
The Drowning Sun
Dead Can Wait
A Sea Of Tears
Dusk
Awakening
A Better God
The Vortex
Chains
Burning The Shrouds
Desolated Homes
Craving
Figures Of Disguise
Everlasting Words
Intransigence
Mortal Hope
Condemnation
True Faith

Homeless
Twist In My Sobriety

Lullaby
Beyond The Maze

Funeral Procession



Fotos:








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Geschrieben von Farya am 18.10.07 15:03 (seit dem 4003 mal gelesen)
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Aktuelle Kommentare zu Konzertbericht: Dreadful Shadows

Kommentar Von Anarchnophobia (18.10.07 15:59):
das sind die Artikel die Lupuz braucht. Gut geschrieben, viele Bilder, da gibts nix zu kleckern, da kann auch keiner meckern :)
:D :) :o :p :( ;) [B] [I] [U] [D] [URL] [EMAIL] [-][+] Neuer Kommentar Kommentar abgeben :

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