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Kleiner Linuxkurs Teil 1Kleiner Linuxkurs Teil 1
Dieser Kurs soll aber nicht das sein, was man sonst bekommt. Ich werde nicht auf die Installation einer Distribution eingehen, auch nicht auf das Paketmanagement. Vielmehr will ich die Grundlagen für den täglichen Gebrauch zeigen. Genau das, in dem sich Linux von Windows unterscheidet. Die einzige Voraussetzung für diesen Kurs ist ein Interesse an Linux, gewisse schon vorhandene Computerkenntnisse, und Zugang zu einem Linuxsystem. Das kann auch ein Livesystem wie Knoppix sein, nur bei manchen Teilen ist es wichtig, ein fest installiertes System zu haben. 1. Die Shell Das wahrscheinlich wichtigste Instrument unter Linux ist die Shell. Damit gibt man dem System Kommandos, startet Programme usw. Eigentlich lässt sich so gut wie alles über die Shell machen. Die Standardshell fast aller Linuxdistributionen ist die Bash, es gibt noch einige andere, aber dies wär zu viel für unseren kleinen Kurs. Um in eine Shell zu kommen gibt es mehrere Wege: durch strg-alt-f1-6 kommt man auf die Konsole. Dadurch wechselt man aus dem Grafischen Modus in den Textmodus, in dem einen wirklich nur eine Shell erwartet. Dort kann man sich dann mit seinen ganz normalen Benutzerdaten anmelden. Man kann aber auch, was auch das beste sein wird, unter der Grafischen Oberfläche (=xserver) einen Terminalemulator starten, wie z.B. konsole unter kde, gnome-terminal, xterm. Nun findet man ein Fenster vor, in dem etwas stehen sollte wie: sid@gentoo ~ $ Wenn es nicht genau das gleiche ist, ist es auch nicht schlimm, aber normalerweise ist es immer benutzername (=bei mir sid)@hostname (=Name des Computers, bei mir halt gentoo) und danach den aktuellen Pfad, hier ~, was für das homeverzeichnis des aktuellen Benutzers steht. Hier werden nun die Kommandos eingegeben, immer gefolt von einem Enter, um sie zu starten. 2. Grundlegende Befehle Der wahrscheinlich am öftesten Benutzte Befehl ist "cd". Mit diesem wechselt man das aktuelle Verzeichnis. Am Anfang ist man normalerweise im Homeverzeichnis, bei mir in /home/sid. Nun kann man mit "cd /home" in das Verzeichnis /home wechseln. Den gleichen Effekt hat übrigens "ch ..". In jedem Verzeichnis sind mindestens zwei Links (=Verknüpfungen), einmal ".", das auf das aktuelle Verzeichnis linkt und "..", das auf das übergeordnete Verzeichnis zeigt. Eine weitere wichtige Sache beim Verzeichniswechsel ist, dass man Verzeichnisse auf zwei Weisen angeben kann: einmal relativ, und absolut. Relativ bedeutet, dass man vom aktuellen Verzeichnis ausgeht, so kommt man mittels "cd ../blubb" in das übergeordnete Verzeichnis, und von da aus dann ins verzeichnis blubb. Bei Absoluten Angaben geht man immer vom Wurzelverzeichnis (root genannt) aus, so kommt man per "cd /home/sid/blubb" in eben dieses Verzeichnis. Unheimlich praktisch ist dabei auch ein nettes Feature fast jeder Shell, die Tabcompletion. Dadurch muss man nich immer den vollen Pfad angeben, sondern man gibt nur die ersten Buchstaben eines Ordners bzw. einer Datei ein, und drück dann "Tab". Wenn man "cd b <tab>" eingibt und es nur ein Verzeichnis gibt, das mit b anfängt, wird der Pfad sofort vervollständigt. Wenn nicht, kann man nocheinmal Tab drücken, und es wird eine Liste der möglichen Verzeichnisse angezeigt. Kleine Hilfen sind bei der Navigation noch "pwd", womit man den aktuellen Pfad anzeigt und "cd -". Damit wechselt man in das vorherige Verzeichnis. Mittels "ls" kann man sich den Inhalt eines Verzeichnisses anzeigen lassen. Dabei kann man sich per "ls -a" alle Dateien anzeigen, auch die die normalerweise versteckt werden. (normalerweise werden alle Dateien, die mit einem . beginnen nicht angezeigt) -l bewirkt, dass genauere Informationen, wie Rechte, Besitzer, letzte Änderung usw. einer Datei angezeigt werden. 3. Rechte Da Linux als Unixclone ein reines Multiusersystem ist, hat auch jeder User nur gewisse Rechte an Dateien. Für jede Datei kann er drei Rechte haben: Schreiben (da alles Englisch ist: "w" Der Besitzer und die Gruppe einer Datei kann mittels chown neuer_besitzer(:neue_gruppe) datei verändert werden, die neue Gruppe ist aber nicht unbedingt anzugeben. Die Rechte für Dateien können mit chmod verändert werden. Dabei gibt es zwei Wege: 1. Die Rechte per Zahlenkombination verändern: per z.B. "chmod 777 datei" werden die neuen Rechte angegeben. Dabei werden die Rechte durch eine dreistellige Zahl gesetzt. Die erste Ziffer setzt die Rechte für den Besitzer, die zweite für die Gruppe, die letzt für alle anderen. Dabei setzen sich die Ziffern aus folgendem zusammen: 1 steht für execute-Rechte, 2 für Schreibrechte und 4 für Leserechte. Wenn nun der Besitzer der Datei lesen können soll, sonst aber niemand die Datei öffnen oder schreiben usw. wäre die Kombination 400. Wenn ein Benutzer mehrere Rechte haben soll, werden diese einfach addiert: Damit alle lesen und schreiben können müsste man ein "chmod 666 datei" machen. 2. Man kann aber auch anders die Rechte verändern, diese Methode ist vielleicht für den Anfang besser geeignet: per "chown +rw" kann man z.b. dem Besitzer Lese- und Schreibrechte geben. Und per "chown -rw" wieder nehmen. Um nun nur der Gruppe diese Rechte zu geben, genügt ein "chown g+rw". Für alle, die nicht in der Gruppe sind oder die Datei nicht besitzen wäre es ein "chown o+rw" (o für others). Damit alle es dürfen genügt ein a+rw. 4. Dateien verschieben und kopieren und editieren Um Dateien zu verschieben, reicht ein einfaches "mv datei zieldatei". Dabei kann man wie zuvor beim Verzeichniswechsel auch relative oder absolute Pfade angeben. Fast gleich geht es beim Kopieren: "cp datei zieldatei" oder auch "cp datei zielordner" reicht. Praktisch ist auch die Option "-R", mit der man ganze Verzeichnisse inklusive Unterverzeichnissen kopieren kann. Unter Linux gibt es sehr viele Möglichkeiten, Dateien zu verändern, aber am Anfang reich es, sie mit einem einfachen Editor zu bearbeiten. Besonders gut geeignet ist dazu auf der Konsole nano, den man aber wahrscheinlich noch nachinstallieren muss. Geöffnet werden Dateien über ein "nano datei", und dann kann man sofort lostippen. Um Nano wieder zu verlassen und zu speichern einfach strg-x drücken und y sagen. Ansonsten ist Nano selbsterklärend. 5. Die Manpages Eine sehr wichtiges Programm ist "man". Mittels diesem kann man sich die Hilfetext für so gut wie jedes installierte Programm anzeigen lassen, mit einem einfachen "man programmname" kann man sie öffnen. Nun sieht man den Hilfetext, und weiß erstmal nicht weiter. Aber man kann per Pfeiltasten drin navigieren (auch per bild hoch/runter). Und um zu suchen, einfach "/suchbegriff" eingeben, und man kommt direkt zum ersten Treffer. Weitersuchen geht per "n". Um man wieder zu verlassen ":q" eingeben. In den Manpages findet sich zuerst immer eine kleine Beschreibung des Programmes, und dann eine Auflistung aller Parameter, die man angeben kann, oft mit Beispielen am Ende. In den Manpages wird eigentlich für jedes Programm die genaue Benutzung erklärt, und wenn man mal auf RTFM verweisen wird sind meißt diese Manpages gemeint. Für die Tippfaulen Mausschubser unter uns gibts übrigens in neueren Konquerorversionen auch die Möglichkeit in der Adresszeile man://programmname einzugeben, und man findet dort dann den gleichen Text. So, das wars fürs erste, vielleicht wird dieser kleine Kurs noch fortgesetzt. Kleiner Linuxkurs Teil 1 Kleiner Linuxkurs Teil 2 Dazu im Postpla.net : Kein Thema angegeben Geschrieben von Sidolin am 19.07.05 21:09 (seit dem 2122 mal gelesen) Ähnliche Artikel zu Kleiner Linuxkurs Teil 1
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