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Gelang Iran der Atom-Coup?

Der Stoff, aus dem die Bombe wird



geschrieben von Christian Fürst

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Der iranische Präsident verkündete die Nachricht mit unüberhörbarem Stolz. «Unser geliebtes Land», so Mahmud Ahmadinedschad, habe jetzt die Fähigkeit erlangt, angereichertes Uran «im industriellen Umfang» zu produzieren. Und dieser Weg, so der bärtige Politiker am «Nationalen Atomtag» vor Gästen in der Urananreicherungsanlage von Natans, «ist unumkehrbar». Doch Experten bezweifeln, dass Teheran in den vergangenen Monaten tatsächlich die Zahl seiner funktionsfähigen Gaszentrifugen in der unterirdischen Fabrik so rapide aufgebaut hat, um mit einer nennenswerten Produktion von reaktorfähigem Uran beginnen zu können.

«Nach gesicherten Informationen verfügt der Iran in Natans zurzeit lediglich über sechs Kaskaden» (knapp 1.000 miteinander verbundene Gaszentrifugen), sagte ein europäischer Diplomat am Dienstag in Wien. Das wäre lediglich ein Drittel der ursprünglich von Teheran bis Ende März angekündigten 3.000 Zentrifugen. Und wie viele dieser Geräte tatsächlich bereits im Betrieb und voll funktionsfähig sind, ist fraglich. Aufschluss darüber soll die Inspektion durch Experten der Wiener Atombehörde IAEO geben, die am Dienstag in Teheran eintrafen.
Zweifel an Durchbruch

«Man darf berechtigte Zweifel an den Meldungen (aus Teheran) haben», meint der Physiker Götz Neunberg vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg. Technisch sei der Sprung von den bisher bestätigten zwei bis vier Kaskaden auf die am Sonntag genannten 18 Kaskaden «ganz enorm». «So wie wir es sehen, hat der Präsident (Ahmadinedschad) die Gelegenheit des von ihm selbst geschaffenen nationalen Atomtags genutzt, um wieder einmal auf sich aufmerksam zu machen.» Auch der Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin, betonte am Dienstag, Moskau sei «von einem technologischen Durchbruch (bei der iranischen Urananreicherung) nichts bekannt».

Bisher haben iranische Techniker nach Erkenntnissen der IAEO lediglich einige Gramm des auf rund 4 Prozent angereicherten Urans 235 produziert, das zum Betrieb von Atomkraftwerken nötig ist. Doch Diplomaten in Wien sind überzeugt: «Die Dimensionen der iranischen Aktivitäten zeigen, dass es sein Ziel der industriellen Urananreicherung nicht aufgegeben hat». Damit aber verstößt Teheran ganz klar auch gegen die Resolution 1747 des UN-Sicherheitsrats, die von Teheran die Einstellung aller Arbeiten an der Urananreicherung unter Androhung verschärfter Sanktionen auffordert.
Stoff für Atombomben?

Die Sorge der internationalen Gemeinschaft: Sollte Teheran in der Lage sein, Uran 235 im großen Maßstab auf vier Prozent anzureichern, dann wäre dem Land auch die Produktion von hoch (mindestens 90 Prozent) angereichertem Uran möglich, das zur Herstellung von Atombomben nötig ist.

Ahmadinedschad und sein Chefunterhändler Ali Laridschani bestreiten jegliche Absicht, den Iran zur Atommacht aufrüsten zu wollen. Immerhin sei der Iran nach wie vor bereit, die Urananreicherung vollständig von der Atombehörde IAEO überwachen zu lassen, bekräftigt man in Teheran. Erst in der vergangenen Woche reiste der Vize-Direktor der iranischen Atombehörde, Mohammed Saidi, heimlich nach Wien, um dort über die von der IAEO gewünschte Installation einer permanenten Kameraüberwachung in Natans zu verhandeln.

Doch alle Versicherungen der Iraner konnten den Rest der Welt bisher nicht überzeugen. Vor allem die US-Regierung, aber auch die EU befürchten das Schlimmste, wenn Teheran erst einmal die Technologie der Anreicherung beherrscht. Fakt ist, dass Teheran bisher keinerlei zivile Verwendung für angereichertes Uran - unabhängig vom Anreicherungsgrad - hat. Denn bisher ist im Iran noch kein einziges Kernkraftwerk im Betrieb. Und selbst wenn in Natans im großen Maßstab brennstofffähiges Uran angereichert wird: Teheran hat selbst keine Möglichkeit, aus dem strahlenden Metall auch Brennstäbe für Atommeiler zu produzieren. (N24.de, dpa)


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Geschrieben von kruemel1074 am 11.04.07 10:10 (seit dem 1445 mal gelesen)
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