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"Erdbeerfelder für immer"Theater-Kritik: "Erdbeerfelder für immer" im Schauspielhaus Dresden
Eigentlich ist die Bezeichnung Theaterstück dafür jedoch recht unpassend – es gleicht eher einem Musical, da es im Prinzip zu 97% aus, von den Schauspielern gesungenen, Liedern besteht. Offiziell betitelt wird das von Erik Gedeon geschriebene Stück mit dem einfachen Satz: „A really funny evening with singing Germans“. Und wie dieser Satz schon andeutet, machen englische Lieder den Großteil des „Musicals“ aus. Die Handlung „Erdbeerfelder für immer“ spielt im deutschen Musikarchiv, dass für die Verwaltung und Erhaltung aller deutschen Künstler und Hits verantwortlich ist. Die Arbeit in diesem Musikarchiv beschränkt sich jedoch auf das Überprüfen und Abstempeln von Dokumenten. Das wird unter den wachenden Ohren des fast blinden Prof. Dr. Quentmeier erledigt. Doch sobald dieser den Raum verlässt drängt sich das wahre Innere der Bürokraten nach außen. Mit den Liedern drücken die Darsteller ihre Träume, Phantasien und geheimsten Wünsche aus. So beginnt das ganze z.B. mit „Let's have a party“, „Born to be wild“ oder „Anarchy in the UK“. Darauf folgen Drogenexesse und Orgien. In ihrem Rausch begehen die benebelten wildgewordenen Angestellten dann sogar einen Mord. Der kurz darauf aber mit einer wunderschönen Interpretation von „Creep“ bereut wird. Letztlich bleibt nur noch das totale Chaos und die Hoffnungslosigkeit zurück. Die Reaktionen Nach dem Ende das Stückes tobte das Publikum förmlich. Es wurde geklatscht, getrampelt, gepfiffen und es gab Jubelschreie. Es war kein Ende des Jubels in Sicht und die Darsteller boten noch einige Zugaben. Dafür gaben sie noch einmal gesungene Lieder aus dem Stück zum Besten. Zuletzt wurde das Publikum sogar noch mit Süßigkeiten beworfen. So stellt man sich Theater vor! Meine Meinung Wie man vielleicht schon dadruch erkennen kann, dass ich mir das Stück bereits zweimal angesehen habe, bin ich wirklich ein großer Fan von „Erdbeerfelder für immer“. Für mich war es eine vollkommen neue Erfahrung so etwas in einem Theater zu erleben – jedoch eine sehr positive Erfahrung. Provokativ und nicht leicht zu verdauen war es jedoch schon. So gab es sicher einige abstoßende Szenen, wie z.B. als sich einer der Darsteller auf der Bühne übergab. Oder auch einige fragwürdige Liedtexte wie z.B. „I wanna fuck you like an animal. I wanna feel you from the inside.“ Und die Orgien und Drogenexesse waren der Meinungen anderer zufolge teilweise fehl am Platz. Doch ein Theaterstück ist letztendlich zum provozieren da – und das ist auch gelungen. Oft wird „Erdbeerfelder für immer“ auch nur als „Leichte Kost“ oder als spaßiges Musical bezeichnet – doch ich denke, man kann auch einen tieferen und traurigeren Sinn dahinter entdecken. Denn ich denke das Stück bringt sehr gut den monotonen Büroalltag zum Ausdruck, der einen früher oder später in den Wahnsinn treibt ... Dazu im Postpla.net : Kein Thema angegeben Geschrieben von Stelo am 21.03.09 15:03 (seit dem 1881 mal gelesen) Ähnliche Artikel zu "Erdbeerfelder für immer"
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