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Eine tickende ZeitbombeEs ist nicht die Frage ob sondern wann es im Vulkanland Eifel zur Errutpiton kommt
Vor circa Elftausend Jahren fand die letzte Eruption statt. Vulkanologen wundern sich über die lange Pause. Der Ausbruch des Lacher-See-Vulkans der vor 12.900 Jahren stattfand war der erste seit 100.000 Jahren. Es gibt viele Anhaltspunkte die dafür sprechen, dass es sich dabei um den Anfang einer langen Eruptionsserie handelt die bis heute anhält. Forscher Hans-Ulrich-Schmincke fand heraus, dass die drei vorherigen Phasen des Ausbruchs in den letzten 450.000 Jahren jeweils mehrer zehntausend Jahre anhielten. Vulkanologen rechnen mit einer eingeschränkten lokalbezogenen Eruption. Unter der Vorraussetzung dass sich ein wenig mehr Magma im Untergrund stauen würde und der Gasdruck ansteigen würde, könnte das Eintausend Grad Celsius heiße Gesteinsgemisch zur Eruption führen. Diese Vorrausetzungen könnten binnen weniger Monate geschaffen sein. Es ist aber auch möglich dass es noch Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte dauert, bis die Situation ernsthaft kritisch wird. Das Erdreich ist in Bewegung Regelmäßige schwache Erdbeben zwischen dem Laacher See und Koblenz weisen auf die Gefahren im Erdinneren hin. Es wird davon ausgegangen das aufsteigendes Grundwasser, welches von Magma Kammern in Fünfzig Kilometer tiefe aufgeheizt wird, der Grund für die leichte Erdbewegung ist. Weitere Anzeichen für die Aktivitäten der Vulkane sind Blasen im Wasser des Laacher Sees. Bei den Blasen handelt es sich um Kohlendioxid Gas dessen Ursprungsort das Magma ist. Ungewöhnliche Temperaturen lassen sich rund um den Laacher See in einer Tiefe von einem Kilometer messen. Dort ist der Boden sechzig bis siebzig Grad Celsius warm. Ursprünglich wurde angenommen dass die Aktivitäten der Eifel Vulkan noch Überbleibsel der Vergangenheit seien. Doch heute weiß man, dass alle Zeichen auf anhaltende Aktivität der Vulkane hinweisen. Hot Spots oder Plumes Die Vulkane der Eifel sind eine spezielle Form von Vulkanen. Sie werden Plumes oder Hot Spot genannt. Diese bezeichnen Anomalien circa Dreißig Kilometer unterhalb der dicken Erdkruste. Diese heißen Aufströme aus dem inneren der Erde lassen Vulkane entstehen. Bekannte Vulkane dieser Art findet man in Island, die kanarischen Inseln gehören dazu und zu großer Wahrscheinlichkeit auch die Eifel. Im ursprünglichen Sinne wurde gelehrt, dass die Aufströme, die Hotspots erzeugen, ortfest relativ zur Plattenbewegung bleiben. Man hatte ein Bild feststehender Hotspot auf der Erde. Doch diese Annahme entspricht nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft nicht mehr der Realität. Der Hot Spot wandert wie die Platte, so ist der Plume also kein feststehender Punkt. Folgen des letzen Ausbruches der Vulkaneifel Aufquellende Magma kam mit dem Grundwasser in Berührung. Die Druckwelle der dann folgenden Explosion knickte sämtliche Bäume in der Umgebung einfach weg. Ähnliche Bilder wie beim Mt. St. Helen. Asche schleuderte bis zu dreißig Kilometer in die Höhe und gelangte mit dem Südwestwind sogar bis nach Schweden. Der graue Ascheregen schlug in ganz Westdeutschland nieder. Die Lava erzeugte einen Staudamm am Rhein in der Nähe vom heutigen Andernach. Die ganze Umgebung einschließlich der Region von Koblenz stand unter Wasser. Als der Lava Damm den Wassermassen nicht mehr standhielt, schoss eine Flutwelle bis in die Niederlande. Meterhohe Schlammströme und Wassermassen begruben das Rheintal. Die Erd- beziehungsweise Geröllschichten der Zeit brachten prähistorisches Werkzeug sowie Skelette zum Vorschein die den Überraschungseffekt der Ur-Rheinländer darstellten. Der heutige Laacher See ist das ursprüngliche Magma Reservoir gewesen. Der Boden stürzte nach der Eruption ein und die Kuhle fühlte sich im Laufe der Zeit mit Wasser. Würde sich heutzutage ohne Vorwarnung eine solche Eruption ereignen möchte man sich den Ausmaß der Katastrophe nicht ausmalen. Für Deutschland wäre das nicht nur eine humane sondern auch eine wirtschaftliche Katastrophe. Flucht der Ameisen Die Landschaft der Vulkaneifel mit den vielen Maaren ist eine Sehenswürdigkeit. Nicht umsonst wurde die Gegend zum nationalen Geopark erklärt. Der Laacher See bietet schöne Rundwanderwege sowie Wassersportmöglichkeiten. Es gibt Bier aus der Vulkanbrauerei. Das Kloster Maria Laach ist sicher auch eine Sehenswürdigkeit. Man sollte sich nicht von unklaren Prognosen davon abschrecken lassen diese malerische Umgebung in Augenschein zu nehmen. Doch wenn die Ameisen in Massen fliehen, so sollte man selbst das Weite suchen. Ameisen gelten als zuverlässige Vorhersage für einen bevorstehenden Vulkanausbruch. Das ausströmende Kohlendioxid veranlasst sie ihre Bauten zu verlassen. Es gibt kaum Messgeräte in der Eifel. So sind Ameisen ein zuverlässiges Frühwarnsystem für Eruptionen in der Vulkaneifel. Sicherlich aber nicht nur im fünften nationalen Geoparks Deutschlands. © Heike Schulz alias Nimbus heikeschulz.spaces.live.com/ Quelle : Dr. Uli Schreiber "Flucht der Ameisen" Dazu im Postpla.net : Kein Thema angegeben Geschrieben von Nimbus am 22.06.09 20:08 (seit dem 2245 mal gelesen) Ähnliche Artikel zu Eine tickende Zeitbombe
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