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Der Rocky-Horror-Fankult

Die Rocky Horror Picture Show und ihre Fans - die Faszination um das "Anders Sein"



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Frank-N-Furter
Richard O'Briens Werk "Rocky Horror Picture Show" wurde in eine Zeit geboren, in der sie nur zu gut aufgehoben war. Die 1970er Jahre gelten nicht umsonst als Zeit des Umbruchs, des Ausbruchs aus erdrückenden Normen und Werten der Gesellschaft, aus dem grauen Alltag. Oft äusserte sich dies durch ein extrem aufgestyltes Über-Ich. Zudem vollzog sich in den "wilden 70ern" eine wichtige Phase der sexuellen Revolution, was dem stark übersexualisierten Werk noch zusätzlichen Nährboden gab. Als der Film, der als Musical in Grossbritannien schon zwei Jahre zuvor grosse Erfolge feierte, 1975 in die Kinos kam, blieben die Zuschauer weg. Einzig die Mitternachtsvorführungen wurden besser besucht, vorwiegend durch Studenten. Die "Rocky Horror Picture Show" liess sich demnach schon sehr bald als Midnight-Movie einordnen und nicht nur das - es würde nur wenige Jahre dauern, bis der Film zu DEM Midnight-Movie überhaupt werden sollte.

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Einzig in Los Angeles, im Kinotheater "Roxy" spielte der Film regelmässig gute Gewinne ein. Doch nicht dadurch, dass er eine besondere Popularität gehabt hätte, nein, es besuchte schlichtweg immer das genau gleiche Publikum den Film - immer und immer wieder. Man beschloss also, den Film nun auch in New York zu zeigen - jeweils um Mitternacht. Auch dort tauchte bald das Phänomen des immergleichen Publikums auf.

Um das Publikum „aufzuwärmen“ begann man mit der Zeit, vor dem Beginn des Films den Soundtrack abzuspielen. Über Mund-zu-Mund-Propoganda wurde das Publikum des Films immer grösser, der Film selber immer beliebter.
Der Fankult nahm zunehmend skurrilere Formen an. Der Tradition des „british pantomime“ oder „Saturday Morning Cinemas“ folgend, begann das Publikum, manche Figuren auszubuhen und andere zu bejubeln. Im Laufe des Jahres 1976 verstärkte sich die Interaktion mit dem Film dadurch, dass manche Fans, die den Film schon viele Male gesehen hatten, begannen, Dialoge zu erfinden, die sie während des Films skandierten. Als Erfinder dieser Zwischenrufe wird ein scheuer Lehrer namens Louis Farese genannt, dem aufgefallen war, dass während der Dialoge im Film teileise grosse Lücken und Pausen entstehen. Er habe das Bedürfnis gehabt, diese zu füllen. Sein erster Zwischenruf sei "buy an umbrella, you cheap bitch" gewesen, in der Szene, in welcher sich Janet mit einer Zeitung vor dem strömenden Regen zu schützen versucht. Diese Kommentare wurden bald vom restlichen Publikum übernommen und ergänzt. Es entwickelte sich ein regelrechter Dialog zwischen Zuschauern und Figuren im Film.
Längst hatten sich auch Requisiten eingebürgert, die sich bis heute gehalten haben. Dazu gehören zum Beispiel Reis, der während der Hochzeitszene geworfen wird, Zeitungen, Spielkarten oder Gummihandschuhe, um nur einige wenige zu nennen.
Schon wenige Wochen später erschienen die ersten Besucher verkleidet im Stil ihrer Idole im Kino. Etwa zu jener Zeit begannen die Fans auch, vor der Vorführung „Mini-Floor-Shows“ zu inszenieren. Die Vorführung des Films wurde zu einem abendfüllenden Live-Erlebnis. Die Mini-Floor-Shows entwickelten sich relativ schnell weiter zu filmbegleitenden Aufführungen der Szenen direkt vor der Leinwand, erst durch spontane Zuschauer, später durch Animateure.

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Floor Show
1977 nahm der Kult um den Film noch einmal extremere Formen an. Viele Zuschauer verhielten sich der Rocky Horror Picture Show gegenüber, als sei diese eine Religion oder wie dies Sal Piro, ein Fan, ausdrückte: „Ich meine, ich bin immer noch ein gläubiger Katholik. Meine Religion ist der Katholizismus – Rocky Horror ist jedoch mein Leben.“

Noch heute gibt es auf der ganzen Welt Kinos, die den Film seit Jahrzehnten zeigen. Eine Liste ist auf der offiziellen Fanseite der Rocky Horror Picture Show abrufbar. In Europa wird der Film jeweils Sonntags im Museum Lichtspiele in München gezeigt, sowie regelmässig in Kinos in Paris, Genua, Milano und Barcelona. Zu diesen regulären Präsentationen kommen Spezialaufführungen an speziellen Daten wie Halloween.
Das Schloss Oakley Court, welches als Vorbild für „Frankenstein Place“ diente, wurde renoviert und zu einem Luxushotel umfunktioniert. Es zieht noch heute viele Rocky-Horror-Fans an.
1981 wurde ein Fortsetzungsfilm mit dem Titel „Shock Treatment“ gedreht. Thema war das nun verheiratete Paar Janet und Brad, welches im vom Fernsehen beherrschten Denton lebt. Dieser Film kam jedoch nicht annähernd an die Popularität heran, die Rocky Horror mittlerweile erreicht hatte.

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Auch in anderen Filmen wurde die Rocky Horror Picture Show immer wieder thematisiert, zum Beispiel in Fame. Doris und Ralph besuchen eine Vorführung des Films und Doris macht dabei eine Feststellung, die sie ihr gesamtes Leben ändern lässt.

Es ist wohl unbestritten, dass die Rocky Horror Picture Show einer der grössten und berühmtesten Kultfilme der Filmgeschichte ist und dies auch noch lange Zeit bleiben wird.

Quelle :  Offizielle Fanseite der Rocky Horror Picture Show
Dazu im Postpla.net :  Kein Thema angegeben
Geschrieben von fantamaus am 03.11.07 19:07 (seit dem 1335 mal gelesen)
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Aktuelle Kommentare zu Der Rocky-Horror-Fankult

Kommentar Von einem Gast (04.11.07 10:49):
Respekt! Toll recherchiert!
Einer meiner Lieblingsfilme^^
:D :) :o :p :( ;) [B] [I] [U] [D] [URL] [EMAIL] [-][+] Neuer Kommentar Kommentar abgeben :

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